Produktionsphase

Das Projekt ist gestartet, doch die Arbeit geht jetzt erst richtig los. Sowohl die Filmteams als auch die Vorbereitungsgruppe haben nun eine arbeitsreiche, aber auch sehr spannende und von neuen Erfahrungen geprägte Zeit vor sich.

Ideenfindungen und Drehbuch

Ohne Idee gibt es keinen Film. Deshalb sollten die Filmteams zu Beginn der Drehphase erst einmal überlegen, wovon ihr Film eigentlich handeln soll. Das Motto bietet einen guten Einstieg in die Ideenfindung und egal ob verrückt oder simpel, lustig oder traurig, Action oder Romanze – die Teams sollten jede Idee festhalten und daran weiterspinnen.

Einigt man sich dann auf eine Idee, geht es an die detaillierte Ausarbeitung der Story. Es bietet sich an ein Drehbuch zu schreiben, in dem alle Szenen nacheinander aufgeführt und die Dialoge ausgearbeitet werden. Das kleine Computertool Celtx unterstützt bei den Arbeiten vor dem eigentlichen Dreh.

Vielleicht gibt es ja auch Schüler, die sich bereits mit dem Thema Videoproduktion beschäftigt haben und Workshops zu “Dramturgie”, “Charakterentwicklung” oder “Drehbuch” anbieten können.

Equipment

Viele Schüler werden zu Hause keinen Camcorder und kein Stativ haben, bzw. sehr alte Kameras, die nur schlechte Bilder liefern. Diese sollen vom Projekt aber natürlich auch nicht ausgeschlossen werden. Also benötigt ihr professionelle Camcorder und Stative, die ihr wiederum an die Schüler weiterverleihen könnt.

Eine gute Anlaufstelle für Technik sind die Medienzentren, die es in fast jeder größeren Stadt gibt. Speziell Schulen und Vereine können sich hier technische Geräte ausleihen. Unter anderem bieten die Medienzentren auch professionelle Camcorder und stabile Stative zum kostenlosen Ausleihen an. Im Normalfall ist die Ausleihdauer und die Anzahl der Camcorder sehr beschränkt. Wenn ihr euch aber bereits frühzeitig darum kümmert und den Verantwortlichen von eurem Projekt berichtet, ist es gut möglich, dass ihr 2-4 Camcorder samt Stative auch über einen längeren Zeitraum ausleihen dürft. Ein kleiner Trick ist auch, nicht nur in einem Medienzentrum zu fragen, sondern auch in anderen, die vielleicht etwas weiter entfernt sind.

An eurer Schule könnt ihr daraufhin einen Verleihservice einrichten, bei der Schülerteams mit Voranmeldung für 1-3 Tage Kamera und Stativ ausleihen können. Damit alles mit rechten Dingen zugeht und ihr im Falle eines Schadens nicht auf den Kosten hängen bleibt, haben wir ein Formular zum Ausleihen von Geräten vorbereitet.

Mentoren

Wie in vielen anderen Projekte empfehlen wir euch auch bei den Filmfestspielen das Mentorenmodell zu benutzen. Denn viele, vor allem jüngere Schüler der Unterstufe haben noch nie mit Kamera und Videoschnitt gearbeitet und ohne entsprechende Anleitung sind diese Schüler nicht in der Lage eigene Filme zu produzieren.

Deshalb gilt: Ausschau halten! Wen kennt ihr, der sich bereits mit Videoproduktion auskennt? Fragt speziell diese Leute, ob sie sich vorstellen könnten ein bis zwei Unterstufenklassen während des Filmdrehs und des Schnitts zu betreuen.

Mentoren sollen nicht den Film selbst machen, sondern in unterstützender und beratender Tätigkeit den Dreh begleiten. Typische Aufgabenbereiche sind:

  • Hilfestellungen am Drehbuch
  • Einführung in die Kamerabedienung
  • Tipps während des Drehs (Lichtverhältnisse, Kamerapositionen, etc.)
  • Unterstützung beim Schneiden

Meist sind es auch Mentoren, denen an der Preisverleihung besondere Aufgaben zukommen, beispielsweise eine Laudatio zu halten.

Schnittkurse

Während Mentoren sich ausschließlich um Klassen der Unterstufe kümmern sollen, gibt es trotzdem Schüler, die vom Videoschnitt wenig bis keine Ahnung haben. Deshalb gibt es für alle interessierten Schüler nach etwa 3 Wochen Schnittkurse, in denen sie unter professioneller Anleitung von älteren Schülern, die bereits mit Videoschnitt zu tun gehabt haben, lernen, wie man Filme von der Kamera auf den Computer überspielt, die Datei in ein Schnittprogramm lädt, den Film dann schneidet und als fertiges Video auf der Festplatte speichert.

Schnittsoftware

Als Schnittsoftware bieten sich mehrere Möglichkeiten an: Auf vielen PCs mit dem Betriebssystem Windows ist der “Windows Movie Maker” bereits vorinstalliert. Das Programm ist weit besser als sein Ruf. Vor allem für einfache Filme, bei denen keine aufwendigen Schnitte oder mehrere Audio- und Videospuren benötigt werden, können mit dem Movie Maker ansprechende Ergebnisse erzielt werden.

Eine weitere Möglichkeit bieten Testversionen, die man für bis zu 30 Tagen kostenlos nutzen kann. Dazu zählen Premiere von Adobe, Magix Video Deluxe, Pinnacle Studio und viele weitere. Achtung: Viele dieser Tools benötigen einige Einarbeitungszeit, sowohl für die Mentoren als auch für die Benutzer. Jedoch lassen sich mit diesen Tools aufwendige Bearbeitungen wie Bluebox/Greenscreen und die Benutzung vieler Audio- und Videospuren realisieren.